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Projekt „Science-Kids“ Stand August 2006 Naturwissenschaftlich-technische Bildung im Kindergarten
Initiiert, entwickelt, durchgeführt und dokumentiert von Elisabeth Frank in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart Abteilung 7 und dem Jugendamt Stuttgart „Einstein in der Kita
Zeitraum: August 2005 bis August 2006
Ort: Kindertagesstätte und Hort, Vaihingen, Robert-Koch-Straße 21-23
Lernmodule:
1: Magnetismus 2: Fest, flüssig, gasförmig 3: Feuer und Flamme ( Vorlauf in Kita Untertürkheim)
Ziele:
•Naturwissenschaften und Technik als wichtigen Teil unserer Kultur begreifen und deshalb bereits in der frühkindlichen Bildung verankern.
•Interesse und Freude an Naturwissenschaften und
Technik bei den Erzieherinnen und damit auch bei den Kindern wecken und erhalten. Dabei soll den Erzieherinnen der Blick dafür geöffnet werden, dass unser gesamter Alltag von naturwissenschaftlichen und
technischen Phänomenen begleitet wird, deren nähere Untersuchung und deren Verstehen spannend und lohnenswert sind.
•Fachliche, fachdidaktische und methodische Qualifizierung der Erzieherinnen.
•Aufgreifen der erzieherischen Kompetenzen der Erzieherinnen und ihrer Nähe zu den Kindern.
•.Zusammenarbeit und Voneinander-Lernen im Team Erzieherinnen – Physikerin auf gleicher
Augenhöhe. Das Projekt als gemeinsamen Prozess begreifen, in dem Neues erprobt und beibehalten, verändert oder wieder verworfen wird. Dazu gehören auch sorgfältige Beobachtungen der Kinder. Dies ist ein wichtiger
Schritt im Hinblick auf das vom „Infans-Konzept“ geforderte „individuelle Curriculum“.
Ablauf:
•Schulung der Erzieherinnen:
Physikalisches Wissen, methodisch-didaktische Umsetzungen, eigenes Erproben sämtlicher Experimente, Formulierung von Lernzielen. Der Stoffumfang entspricht der Sekundarstufe 1 Gymnasium - ergänzt durch moderne
Forschungsergebnisse z.B. zum Erdmagnetfeld, zur Magnetfeldtherapie und zur Diagnostik mit Hilfe von Magnetfeldern, die besonders Frauen ansprechen. Nach Möglichkeit wird das erworbene Wissen auch auf Beispiele aus
der Biologie angewandt, bei der es für Mädchen und Jungen kaum Interessenunterschiede gibt. Das dazu von mir entwickelte Schulungsmaterial enthält überwiegend Text- und Bildmaterial, weniger die Symbolsprache der
Mathematik wie Formeln oder Graphiken. Besonderer Wert wird auf die Verknüpfung mit Alltagserfahrungen gelegt und auf eine korrekte Modellbildung (hier Elementarmagnete und Teilchenmodell ). In der didaktischen
Umsetzung soll jede Form von Belehrung vermieden werden. Ziel ist die Schaffung einer experimentellen Lernumgebung, die die Kinder zu eigenen Fragen und zu Veränderung und eigener Gestaltung von weiteren
Experimenten anregt. Die Erzieherin initiiert, begleitet und unterstützt die individuellen Lernprozesse jedes Kindes, beantwortet Fragen. Ein solides naturwissenschaftlich-technisches Grundwissen der Erzieherinnen
ist dafür unabdingbar.
•Auswahl der „Experimentierkinder“ durch die Erzieherinnen. Zwei Vorschulgruppen: 5-7 Sechsjährige Eine altergemischte Gruppe: 5 – 7 Drei- bis Fünfjährige.
•Durchführung von Experimentier-Runden durch die Erzieherinnen Meine Rolle war die einer (gelegentlich auch aktiven) Beobachterin. Der Ablauf wurde fotografiert und gefilmt und anschließend im Team kritisch
beleuchtet, und notwendige Veränderungen im Konzept wurden vorgenommen. Das Experimentiermaterial wurde zunächst vom Otto-Hahn-Gymnasium ausgeliehen.
•Beobachtung der Kinder
im Hinblick auf eine mögliche Wirkung der Experimentier- Runden.
•Einrichtung einer Experimentalecke mit speziell für Vorschulkinder ausgewählten Materialien zum Thema Magnetismus.
•Eigenständige Durchführung weiterer Experimentier-Runden durch die Erzieherinnen. ( Freies Experimentieren, strukturiertes Experimentieren, Mischformen)
•Zertifizierung
der Vorschulkinder (Magnetführerschein)
•Bildung von Kinder-Tandems (Jedes „Magnetführerschein-Kinder“ gibt seine Erfahrungen einem jüngeren Kind weiter)
•Abschlussveranstaltung
„Raketennachmittag“ für alle Kinder.
•Permanenter Erfahrungsaustausch im Team.
•Erzieherinnen stellen das Projekt den anderen Mitarbeiterinnen in der Kita vor.
•Statt Sommerfest sogenannter Science-Tag im Herbst in Planung.
Fazit: Für das Projekt hoch motivierte Erzieherinnen mit großer Professionalität im Umgang
mit Kindern (Vertrautheit, praktisch familiäre Nähe), zunehmendes experimentelles Geschick und Zutrauen in die eigenen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten, Aufwertung als Expertin, beste Zusammenarbeit auch mit der
KITAleitung. Begeisterte Kinder ( ein kleiner Junge gab mir sogar zum Abschied einen Kuss!), die sich schon auf die nächste Experimentier-Runde freuen und inzwischen immer mehr „forschen“ wollen. Enttäuschte Kinder,
die noch nicht mitmachen durften. Zufriedenheit, Freude und viel Motivation für die Entwicklung weiterer Lernmodule bei mir und ein riesiger methodisch-didaktischer Lernzuwachs.
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